Mehr Engagement: 14 Tricks für schönere Facebook-Posts

Packende, webgerechte Bilder und Videos bedeuten mehr Comments, Likes & Shares bei Facebook. Warum? Ganz einfach: Das Bildmaterial nimmt den meisten Platz eines Facebook Postings ein. Es stimuliert Aufmerksamkeit, ist der „optische“ Anker, der uns beim Durchstöbern unseres Newsfeeds interessiert stoppen und genauer hinschauen lässt. Wer sich selbst beim Scrollen durch seine Facebook-Neuigkeiten schon einmal beobachtet hat, wird festgestellt haben, dass der reine Text eines Postings selten der Grund ist, warum wir einem Posting mehr Aufmerksamkeit schenken. Der eigentliche Trick sind optische Highlights. Auf Facebook gibt es dafür wunderbare Best Practice Beispiele, die ich hier gesammelt habe. Weiter unten gibt es ein paar Gedanken dazu gut, welche Faktoren Bildern und Videos in sozialen Medien besonders erfolgreich machen.

1. Der Ikea-Einkauf mit Emojis visualisiert

Jeder kennt es: Ein Tag bei Ikea ist besonders am Sonntag mitten im Ruhrpott ein halbe emotionale Katastrophe.

Takeaway: Jeder kann den „Use Case“ seines Produkts mit Emojis witzig veranschaulichen. Ein Restaurantbesuch vom Tisch reservieren bis zum Bezahlen der Rechnung , eine Online-Bestellung der heiß ersehnten Playstation, stöbern und shoppen von Klamotten: All das sind Prozesse die wir in Einzelschritte zerlegen, mit Emojis darstellen und den User damit an uns erinnern können.

2. Nutella-Pfannkuchen mal anders

Der ein oder andere kennt vielleicht den amerikanischen Pfannkuchen-Künstler Saipancakes. Nutella hat den Künstler engagiert und ihn einen Nutella-Pfannkuchen in der Pfanne zeichnen lassen. Bis heute hat das Video satte 150.000 Likes, 25.000 Shares und 15.000 Comments. Es wurde 6 Millionen Mal aufgerufen.

Takeaway: Web-Künstler zu engagieren kann sich richtig auszahlen, da sie sich mit professionellen Web-Videos meist sehr gut auskennen. Bei Saipancakes habe ich selbst schon einmal für einen Kunden nachgefragt und kann sagen: Gemessen an den Produktionskosten für solch ein Video ist der Effekt immens. Natürlich muss aber auch noch Facebook-Ad Budget mit einberechnet werden.Der Kontakt lief einfach und formlos per Facebook. Besonders für die Foodbranche ist dieser Künstler echt eine spannende Alternative, aber vielleicht sieht auch der ein oder andere Pfannenhersteller einen Anknüpfpunkt?

3. Das Kaligrafie-Interview von Booooooom.com 

54 Millionen Aufrufe hat dieser Teaser für ein Interview mit dem Kaligrafen Seb Lester geschafft. Dazu gab es in Summe mehr als 1,2 Millionen Likes, Comments und Shares. Dazwischen finden sich auch Logos von adidas und FedEx, vielleicht haben also ein paar Brand Manager den Videokünstler schon für sich entdeckt?

Takeaway auch hier: Kurzvideos von der Anfertigung von Kunst können Massen begeistern.

Ähnlich kann auch solch ein „Rain Generator“ genutzt werden, z.B. das Video mit einem guten Teaser zu beginnen. Wie wäre es, Überschrift & Content einfach regnen zu lassen?

4. Optische Täuschungen

Optische Täuschungen sorgen ebenso für Irritation im Kopf, wenn der Newsfeedbrei sonst doch nur allzu fade ist. Ein Beispiel dafür ist so ein gefilmtes Daumenkino. Das ist auch relativ einfach machbar und dennoch selten gesehen.

Das Ganze kann man natürlich auch mit einem guten Konditor als Torte realisieren:

Optische Täuschungen klappen auch mit Bildern:

So klappt es, dass wir stoppen um zu schauen was mit diesem Facebook-Posting wohl verkehrt ist.

Takeaway: Ob nun von dem Künstler Rob Gonsalves oder jemand anderem, mit Surrealismus heben sich Facebook-Postings von der faden Masse ab.

5. Fußball wie gemalt von Sky Sport

Ich weiß nicht wie diese Art von Video heißt, ich nenne es mal „Storytelling mit malender Hand“ und bin für Verbesserungsvorschläge zutiefst offen 😀 Aber auch hier ist der Effekt klar: Die Darstellung ist anders, begeisternd und man bleibt bei dem Video hängen. Für Sky gab es fast 100.000 Views.

Takeaway: Diese Art von Videos taucht besonders oft im bei Infotainment-Bereich auf, ist aber mit einer guten Storyline universal anwendbar.

6. Business Insider: Alle Disney-Filme der nächsten zwei Jahre

Wie oben schon erwähnt macht es Sinn, Facebook-Videos mit Texteinblendungen zu erklären, da ein Großteil der User sie ohne Ton im Autoplay anschaut. Besonders schön macht das der Business Insider, wobei diese Art von Videos auch immer mehr bei deutschen Medien – und wenn auch nur mit Untertiteln – zu sehen ist. Dieser Teaser für alle Disney-Filme der nächsten zwei Jahre realisierte 3 Millionen Views und rund 85.000 Interaktionen. Nun ist Disney aber auch ein sehr salonfähiges, emotionales Thema. Wichtig ist also: Die Texte an sich garantieren kein Engagement. Wichtig ist auch hier die Themen und Stories zu kennen, die die Community interessieren.

Takeaway: Wer seine Community kennt und bereits die richtigen Themen mit seinen Videos spielt, kann mit Texteinblendungen bereits bestehenden Erfolg noch ein bisschen erweitern. Texteinblendungen sind State of the Art, aber kein Erfolgsgarant für Facebook-Videos.

7. Buzzfeed Food: Die Foodporn-Meisterei

Wer im ein Facebookprofil im Food-Bereich betreibt, sollte sich einmal Buzzfeed Food anschauen. Die Anleitungen sind super schnell, auf ein Branding wird weitestgehend verzichtet – mit Erfolg: Die Seite 8,1 Millionen Likes und eine Engagement Rate die bei 50% liegt. Letzteres ist für die meisten Seiten wohl eine astronomische Zahl. Das Beispielvideo ist 40 Sekunden lang, hat fast 140 Millionen Views generiert und dabei mehr als 3,2 Millionen Likes, Comments und Shares realisiert.

Takeaway: Die How-To-Videos zeichnen sich dadurch aus, dass die meistens noch kürzer als eine Minute sind und dabei durch die Decke gehen. Buzzfeed macht sich dabei den Zeitraffer zunutze, macht sekundenschnelle Texteinblendungen, präsentiert das Endergebnis und die Zutaten direkt am Anfang um Neugier zu wecken und lässt sich am Ende öfters einmal Zeit, um Speichelfluss-auslösende Nahaufnahmen in Zeitlupe wirken zu lassen. Auch saisonaler Content wird eingespielt, wie oben bei dem Halloween-Kuchen zu sehen ist. Achja, und Käse, Bacon, Salami sind Grundelemente des Internets und dürfen natürlich daher auch bei kaum einem Buzzfeed-Rezept fehlen 😉 Allerdings sind auch oft Produkte als Zutaten erkennbar, denn Buzzfeed bietet auf seinen Kanälen Product Placement an.

8. Hyperlapse / Timelapse Videos

Dass Aufnahmen im Zeitraffer gut Aufmerksamkeit generieren und wertvolle Zeit sparen können, haben wir bei den vorherigen Beispielen schon gesehen. Wenn es dann auch noch um etwas geht, was nicht jeder kann, ist der Wow-Effekt perfekt. Hier ist zum Beispiel ein russischer Survival-Künstler zu sehen, der in Windeseile mal eben seine Bleibe aufschlägt.

Dieser Effekt eignet sich nicht nur bei How-Tos, sondern auch Landschaftsaufnahmen, Sternenhimmel, Reisen, Konstruktionen, Autofahrten oder was auch immer lassen damit beeindruckend darstellen. Wie man dabei Zoom-Effekte und auch mehrere Hyperlapse-Videos miteinander kombinieren kann, zeigt Vadim Tereshchenko auf Vimeo.

Los Angeles Hyperlapse/Timelapse Compilation from Vadim Tereshchenko on Vimeo.

Reist Euer Produkt vielleicht um die halbe Welt? Dann könnte solch ein Hyperlapse-Video auch ganz spannend sein:

Takeaway: Es lohnt sich, einfach mal mit Apps wie Hyperlapse einfach mal auszuprobieren und eigenen Zeitraffer-Content zu generieren. Für den ein oder anderen Post kann man so schnell ein passendes Video anstatt ein Bild benutzen, und sich so die Autoplay-Funktion von Facebook zunutze machen.

9. BVB platziert Turkish Airlines als Sponsor in einem Album-Post mit Fan-Urlaubsfotos

Borussia Dortmund Turkish Airlines Facebook Album

Borussia Dortmund Turkish Airlines Facebook Album

Besonders geschickt finde ich, wie der BVB den Sponsor Turkish Airlines in die Urlaubsfotos seiner Fans mit eingebaut hat. Die Platzierung von Turkish Airlines ist im Zusammenhang mit Urlaub äußerst relevant und nicht unbedingt aufdringlich.

Takeaway: Album-Postings sind auf Facebook generell beliebt, sofern gute Bilder vorhanden sind. Um den Nutzern eine Information mitgeben zu können, sollte man das erste Bild wie eine Art Deckblatt verwenden. Dies kann den Titel des Albums (als Ergänzung zum Text) in groß, Sponsoren, Logos, Zutatenlisten oder was auch immer enthalten. Album Postings lassen sich sehr gut durchklicken. Auch Präsentationen und Anleitungen könnte man so ganz gut auf Facebook teilen. User Generated Content eignet sich dazu natürlich auch gut, nur müssen die User dazu erst einmal bereit sein, Bilder und Fotos von sich zu teilen. Das geschieht entweder dadurch, dass die Marke an sich sehr beliebt ist (Lovebrands wie Fußballvereine, Ikea, Coca-Cola, …).

Das einzige Manko von Album-Posts: Nach dem heutigen Stand zählt Facebook in den Post-Statistiken die organische Reichweite, Likes, Comments und Shares für die einzelnen Bilder nicht mit. Likes, Comments und Shares kann man sich noch per Hand zusammentragen. Wer aber über seine Reichweite zu berichten hat, wird hier keine Daten vorweisen können.

10. Unerwartete Testimonials einbauen

Wir machen mexikanisches Essen mit… Machete! Und am Schluss schön mit der flachen Hand auf’s Essen draufhauen. Tja, wie soll man hier ein Takeaway schreiben… Ist es sinnvoll mit Essen rumzusauen? Nein. Aber ich wurde auf das Video aufmerksam, weil ein passendes Testimonial richtig Quatsch gemacht hat.

11. Verblüffende Experimente

An diesem Video ist das Experiment gut, allerdings hätte das Endergebnis des schwebenden Kreisels vielleicht an den Anfang gestellt werden sollen.

Takeaway: Wenn es zu dem eigenen Produkt oder der eigenen Dienstleistung passt, ruhig mal Naturwissenschaftler fragen, was es für spannende Experimente gibt.

12. Lego!


Mit Lego kann man alles bauen, nichts ist unmöglich. Die Skulptur beim Economist, der Roboter, der den Rubik’s Cube kompetent löst oder einfach nur ein Lego-Männchen wie beim Business Insider, das einen Ferrari zusammenbaut sind gute Beispiele dafür, wie man sich mit Lego-Content im Facebook-Newsfeed abheben kann.

Takeaway: Im Netz tauchen immer wieder spannende oder lustige Verwendungen mit Lego auf. Sei es das WM-Finale, das mit Lego nachgespielt wird oder irgend ein anderer Unsinn: Der Spieltrieb in uns sagt: Anschauen! Seine eigene Marke auf Lego zu beziehen kann also – sofern Lego zur eigenen Marke passt – recht nützlich sein.

13. aatma studio iPhone-Domino mit 10.000 iPhones

Man hat ja schon viel Quatsch gesehen, der mit iPhones gemacht wurde. Aber das hier ist etwas neues, auch wenn es erst einmal nicht danach aussieht. Wer genau hinschaut sieht, dass die iPhones mit Ihren Displays das Domino-Spielchen untermalen. Am spannensten finde ich den Effekt am Ende, bei dem hunderte iPhones Bildpunkte für einen großen Bildschirm ergeben.

Takeway: Ganz viele Smartphones zu einem großen Bildschirm werden lassen – garantiert ein toller Effekt für Kurzclips von Netzbetreibern oder Technik-Märkten. Aber vielleicht auch für andere Marken, lassen wir uns überraschen!

14. Extremsport à la Red Bull

Gerne gesehen sind natürlich auch solche Extremsport-Videos, wie dieses hier. Die Rechte liegen bei Red Bull, was nicht weiter verwunderlich ist.

Takeaway: Wer eine Marke hat, die für Extreme steht, kann mit solchen Videos nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen sondern auch die Performance seiner Markenwerte entsprechend verbessern.

Spektakulär ist gut, Facebook-gerecht ist noch besser

Spektakuläres Bildmaterial ist natürlich nicht alles. Der Content muss auch webgerecht, oder in diesem Fall eben Facebook-optimiert sein. Bild- und Videomaterial, das in sozialen Medien funktioniert ist ein wenig anders als das, was sich in Prospekten, Zeitungen und Fernsehen bewährt hat. Zwar bleiben ein paar Grundregeln gleich, z.B. sind Bilder mit Blickkontakt, Tierbilder, Essen, Kunst oder alle Arten niedlicher Figuren ein guter Trick um Aufmerksamkeit zu generieren.

Web Tonalität ist anders als bei Print & TV, wie z.B. bei diesem Meme

Mit Memes und Emojis gibt es allerdings eine Bildsprache, die im Social Web besonders beliebt ist. Memes sind oft genutzte Bilder, mit denen man bestimmte Gefühle oder Situationen besonders witzig ausdrücken kann. Emojis sind die allseits beliebten Smileys und Symbole, die wir vom Smartphone und Whatsapp kennen Emoji Smile Sie werden zunehmend auch im Marketing genutzt, nicht zuletzt weil ihr Wiedererkennungswert riesig ist.

Web Videos: In der Kürze liegt die Würze!

Web Videos für den Newsfeed sollten zudem möglichst kurz sein. Die ersten 8 Sekunden eines Online-Videos entscheiden darüber, ob wir ein Video weiter anschauen oder nicht. Knapp 30% der Zuschauer brechen Online-Kurzspots bereits in der ersten Minute ab.[1]  Das bedeutet, dass die Reichweite eines zu langen Spots eigentlich für die Katz ist, weil kaum jemand die Message dahinter vollständig verstanden hat.

Technische Tricks für Videos

Es gibt auch noch ein paar technische Finessen: Videos auf Facebook laufen im Autoplay ab und generieren dadurch, wenn sie gut gemacht sind, höhere Reichweiten als die meisten Bilder. Allerdings laufen sie stumm, was bedeutet, dass ein Großteil User gesprochene Informationen gar nicht mitbekommt. Facebook-Videos sollten also mit Textelementen, die das Video erklären, ergänzt werden, damit die User das Video auch verstehen können falls sie den Ton nicht anmachen. Der gute Call to Action sollte natürlich auch in keinem Video fehlen, um die Community zu einer gewünschten Reaktion zu ermutigen. Dem Brand-Building tun zudem ein standardisiertes Intro und Outro (bzw. Abbinder) gut. Allerdings sollten diese auch möglichst kurz sein, um die knappe und wertvolle Aufmerksamkeit der User nicht zu verpulvern. Vorsicht allerdings bei der Versuchung, einen Call to Action standardmäßig im Outro zu platzieren: Hier hat man einen Teil der Community bereits verloren, je früher ein CTA gekonnt und relevant platziert wird, desto besser!

Technische Tricks für Bilder

Bilder auf Facebook müssen bestimmte Auflösungen haben, damit sie nicht abgeschnitten werden. Ein beschnittenes Bild in einem Facebook-Post ist ungefähr so ärgerlich und unnötig wie ein folgenschweres Gegentor beim Fußball in den letzten Minuten. Auch der Call to Action sollte hier nicht fehlen. Vorsicht allerdings bei dessen Größe: Der Textanteil eines Bilds darf 20% nicht überschreiten. Zwar hat Facebook die 20%-Regel für seine Ads zurückgezogen, allerdings wirkt sich ein höherer Textanteil im Bild in Zukunft negativ auf die organische Performance eines Postings aus. Das Facebook-Grid-Tool hilft dabei, den Anteil des Texts zu überprüfen.


[1] Mit Online-Kurzspots sind Videos mit einer Länge von bis zu 2 Minuten gemeint. Die passenden Statistiken dazu gibt es hier.

Tim Ebner
Ich bin Chefkoch von social media #facts & serviere gerne Posts zu Online Marketing & Social Media. Lies hier mehr über mich oder kontaktiere mich.
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